Archive für November 2008

Notdürftige Frage

„Papa, ich muss Pipi!“ Kein Problem, denke ich. Das muss ja nicht immer die Mama mit den Kids erledigen. Ich schnappe also meine Tochter und flitze richtung Toiletten. Wenn man als Vater mit seiner Tochter auf´s stille Örtchen geht, ist das ja immer so eine Sache: Geht man - weil das Kind eine Tochter ist - auf die Damentoilette, kriegen die anwesenden Frauen beim Anblick eines Mannes vielleicht einen Schreck. Geht man – weil man ja selbst ein Mann ist - auf die Herrentoilette, läuft man mit der Tochter womöglich an pinkelnden Herren vorbei und ist womöglich heiklen Fragen an die „Ortsgäste“ ausgeliefert. Ich entscheide mich dennoch für zweiteren Weg. Puh, zum Glück niemand drin außer uns. Unsere kleine Tochter hat vermutlich noch nie Pissoirs (bewusst) gesehen. So schaut sie diese Wandbecken neugierig interessiert an und fragt: „Sind das die Baby-Klos?“

Dentalpraktik

 Beim Zähneputzen. Unsere Tochter fragt: „Wann sägt Ihr mir mal wieder die Zähne?“ Ich denke erst, ich habe sie nicht richtig verstanden und lasse sie die Frage noch einmal wiederholen. Doch es klingt gleich. „Was meinst denn Du damit?“ frage ich irritiert zurück. „Ja, das eben mit dem Ding wo man so hin und her sägt.“ Sie zeigt auf die vermeintlichen Werkzeuge und siehe da - es sind die guten alten Zahnseiden.

Klare Rollenverteilung

Beim Spaziergang: Unsere Tochter rennt vor und zurück wie ein junges Hündchen. Zwischendurch macht sie Spagate auf dem viel zu kalten Asphalt, sie tanzt und dreht unermüdlich Pirouetten. Ganz angetan von ihrem Spiel und zu weiteren Steigerungen aufgelegt meint sie: „Papa, spielst Du mit mir Zirkus? Ich mach Kunststücke und Du bist der Clown.“

Entscheidendes Argument

Sonntag mittag. Hochzeitstag. Wir sitzen im Nachbarort in einer gemütlichen Gaststätte. Das Essen mundet. Alles ausgezeichnet. Freundlicher Service. Wir sind glücklich und zufrieden. Unsere Tochter empfiehlt: „Da müssen wir mal wieder hingehen, weil der Stuhl (Samtbezug) so weich ist.“

Dabei sein ist alles

Früh morgens beim Aufwachen: Wir liegen noch verschlafen im Bett und gratulieren uns zu unserem heutigen Hochzeitstag. Es gibt Glückwünsche und Küsschen. Unsere kleine Tochter liegt im „Gräbele“ und schaut etwas verdutzt ob der frühmorgendlichen Zeremonie drein. Ihren fragenden Blick reflektierend erkläre ich ihr: „Heute ist unser Hochzeitstag!“ Sie überlegt kurz und fragt dann: „Dürfen wir (Kinder) da mit?“

Rote Welle

Wir stehen mit dem Auto an der Ampel. Es will und will nicht grün werden. Seltsam. Da ruft unsere Tochter von der Rückbank vor: „Ich glaub´ da klemmt der Kontakt!“

Herzlich lieb

Mama und die Kinder haben beim Bäcker etwas zum Nachmittagskaffee eingekauft. In der Bäckertüte ist unter anderem ein flammendes Herz, das offenbar als „Liebesknochen“ über die Ladentheke ging. Für unsere Tochter ein hanz neuer Begriff. Wie der wohl zustande kommt? Am Kaffeetisch sagt sie später: „Ich hätt´ gern den lieben Knochen.“